| Forst&Technik Ausgabe November 2008
Vorrang für Bodenschutz
Bodenschäden durch Holzernte sorgen bundesweit für Konflikte. Das Thüringer Forstministerium hat im Sinne der multifunktionalen Waldbewirtschaftung eine Broschüre zum Bodenschutz erarbeitet und mehrere schonende Verfahren zur Holzernte im Hang vorgeführt.
Schon zu Fuß sind Hanglagen mit 35-50 % Steigung im Wald bei feuchter Witterung kaum ohne Rutschen zu beWältigen. Dass Holzernte und Rückung auf den Rückegassen zwangsläufig irreparable Schäden durch Verdichtung hinterlässt, ist jedem klar, der im Wald arbeitet. Selbst auf derlei unvermeidliche Beeinträchtigungen reagieren Naturschutz oder Gemeinden, die vom Tourismus abhängig sind, sehr sensibel.
Unter schwierigen Gelände- und Wetterbedingungen droht ohne angepasste Technik und Arbeitsverfahren auch derVerlust der technischen Befahrbarkeit und somit ein wirtschaftlicher Schaden am FeinerschließlIngssystem. Das Ministerium für Landwirtschaft, aturschutz und Umwelt in Thüringen (TMLNU) hat daher von einer Arbeitsgruppe der Forstverwaltung die Broschüre „Bodenschutz und Holzernte“ ausarbeiten lassen. Jürgen Holtz aus dem Referat Waldbau und Waldarbeit stellte sie Anfang Oktober im Forstlichen Bildungszentrum Gehren knapp 100 überwiegend in der Landesforstverwaltllng tätigen Zuhörern vor, ergänzt von Vorführungen mehrerer Arbeitsverfahren im Hang.
Bis 30 cm Tiefe von Fahrspuren auf den Rückegassen gilt demnach die technische Befahrbarkeit als uneingeschränkt, so lange kein Schlupf auftritt. Erstes sichtbares Merkmal von Schlupf und damit durchdrehenden Reifen ist das Abreißen der Traktionsflächen am Boden, die ohne Schlupf in der Spur zwischen den Stollen der Reifen als Erhebungen stehen bleiben würden.
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